Kopfloser Wolf

Zwischen Park und Kanal tritt ein weißer Wolf ohne Kopf aus dem Morgenlicht, ein behaarter Stumpf, ein schwarzer Abdruck. Seine ungelenken Schritte kommen näher, harmlos und doch zu nah.
Grün, Gefälle zum Wasser, heil wirkende Welt. Ich laufe hinter dem Mann an meiner Seite her. Sein Rücken entfernt sich. Gereiztes Schnaufen zwischen uns. Vorwürfe im Ohr. Kopfsteinpflaster. Park. Schmaler Kanal. Dämmerung. Atem geht stoßweise.
Angst vor Wölfen. Vor kurzem sah ich weiße Rudel, dicht im Gras. Doch stattdessen sind hier jetzt Rehe, Hirsche. Ein Wildschwein kippt in einen Hund. Riesige Wachteln schimmern grün auf der Wiese.
Dann kreischt es schrill in der Morgendämmerung: Ein weißer Wolf springt mit gefletschten Zähnen auf den Schoßhund einer Dame zu. Dann kommt er auf mich zu: ein weißer Wolf ohne Kopf. Behaarter Stumpf, schwarzer Abdruck. Wuchtige Bewegungen. Harmlos und doch zu nah. Ohnmacht in den Knien.
Ein möglicher Direktor ergreift meine Hand, hält meinen Daumen fest. Mein Daumen drückt krampfartig zurück, verhakt sich.


