Offene Koffer, dunkle Wälder

4.4. Versandeter Platz am Innenraumstrand

Ich spüre Hitze im Bauch, mein Atem ist kurz. Mein Begleiter und ich befinden uns an einer Art Strand in einem Innenraum. Grelle Farben bestimmen die Atmosphäre über dem Meer. Scharfe Schatten und luftige Windzüge schneiden uns kühl. Alles wirkt abgeschirmt und künstlich.

Füße, Handtücher, Stimmen schwirren vor meinen Augen, Menschen stehen, liegen, gehen an uns vorüber. Wir liegen nebeneinander auf Handtüchern.

Ein Paar zieht meinen Blick an. Er sportlich, gebleichtes Haar, sie zart, blond, langhaarig und ebenso körperbetont. Sie unterhalten sich laut — jedes Wort drängt zu uns herüber.

Als sie ihr Handtuch neu ausbreiten will, erhebt sich mein Begleiter geschwind und steht ihr sofort hilfreich zur Seite. Fast klebrig. Meine Schultern spannen sich, mein Blick wird hart. Der andere Mann beobachtet, als stünde ein Wettbewerb im Raum. Ich dränge zum Rückzug, suche Schutz unserer Zweisamkeit bei den Strandhäuschen, hoffe, Abstand zu gewinnen.

Doch sie taucht wieder auf — immer wieder in unserer Nähe, tänzelt vor uns her, cremt sich kampflustig ihre gebräunten Rundungen ein. Ich sehe, wie sich die Lippen meines Begleiters entspannt wölben, während sich meine zusammenziehen. Schließlich presst er sogar sein Becken spielerisch gegen eine Stoffbahn, einen Windschutz, und auf der anderen Seite erwidert sie umhüllt die Bewegung.

Nach und nach drängt sie sich offensichtlicher auf. Dann höre ich, wie sich beide für den Abend verabredet haben — ohne mich. Jetzt steigt mein Puls, meine Hände werden schwitzig. Ich erkläre, er ignoriert. Die Frau mischt sich ein. Sie redet, übertönt, inszeniert, lächelt mild, als wäre mein Schmerz verklemmt.

Mein Platz versandet.