Offene Koffer, dunkle Wälder
4.1. Alleingang im Wandel

Am Abend vor der Abreise stehe ich vor meinem offenen Koffer. Es ist wie jedes Mal, als würde ich nicht nur Kleidung einpacken, sondern auch Gedanken, Ängste und Erwartungen verstauen. Ich lasse den Reißverschluss offen, gehe hinaus in die Straßen dieses Ortes, der mir vertraut, aber nicht mein Zuhause ist. Normalerweise gehen wir gemeinsam, aber heute bin ich allein in den ruhigen Straßen, während er sich anderweitig beschäftigt. Sonst spüre ich oft an fremden Orten und ohne Begleitung die Einsamkeit, doch heute nicht: Im Koffer liegt ein Knoten.
Ich erinnere mich an eine Zeit, als ich den Weg nicht fand, während er ohne Zögern den direkten Pfad nahm – hin zu einem Ort, der mir fremd geworden war: das alte Haus, das einmal ein Zuhause gewesen war, wo ich im Schatten verweilte, während er voranschritt. Doch heute ist der Abend zum Glück ganz anders. Ich gehe leicht, spüre Freiheit im Alleingang, habe etwas losgelassen, und in der Kühle der Luft fühlt sich das gut an.


