Küchenwolf und Flussbad

Ein Wolf drückt von innen gegen eine Küchentür, während ich sie von außen halte und über Rezepte spreche. Später schwimme ich zwischen klarem Wasser und warmem Schlamm und sehe, wie Zeichnungen das Wilde fassen, ohne es festzuhalten.

In der Wohnung eines alten Mannes, doch die vertrauten Räume wirken fremd und bedrohlich: Ein Wolf ist hier, er hat sich in der Küche versteckt. Vorsichtig verschließe ich die Tür, damit er nicht ins Wohnzimmer gelangt. Doch das Tier bemerkt seine Gefangenschaft und drückt mit aller Kraft von innen, während ich die Tür zuhalte. Er lässt sich nicht einfach einsperren.

Neben mir steht eine Gestalt, mit der ich über Rezepte sprechen muss. Das Gespräch wird anstrengend, während der Wolf unaufhörlich gegen die Tür drückt und sich nicht ignorieren lässt.

Später finde ich mich in einem Gewässer, das zugleich ruhig wie ein See und an anderer Stelle reißend wie ein Fluss ist. Ich schwimme im klaren, fließenden Wasser, gelange dann in einen trägen, schlammbedeckten Bereich. Mein Bauch streift den Grund, Schlick kühlt meine Haut. Zwei hohe Palmen stehen am Ufer, eine geknickt und von einem Seil gestützt. Das Licht glitzert auf dem grünen Wasser. Die Stimmung ist exotisch und zugleich wie auf einer Baustelle. Ich schwimme immer wieder hin und her.

Dann ein Schwimmbad in einer gläsernen Halle. Drei Wasserbecken liegen dort, jedes für sich. Eines jedoch ist von bedrohlicher Hitze erfüllt – 80 Grad, eine Temperatur, die sich nicht mit den anderen Zonen mischen darf, da sie fremde Sphären „schrumpfen“ würde. Eine Erinnerung an einen Illustratoren, der Wölfe und Märchen zeichnet, schwebt in diesem Raum. Umgeben von der Wasserwelt verstehe ich seine Weise, durch Linien und Tusche das Wilde zu fassen, ohne es einzusperren.