»Wer weiß, wer ich bin? Ich wandle und wandle mich.«
Rainer Maria Rilke (1875–1926)
Vorwort
Seit 2016 notiere ich meine Träume. Für dieses Projekt stelle ich in regelmäßigen Abständen aus mehreren Tausend Aufzeichnungen eine wechselnde Auswahl jener Träume zusammen, die auch lange nach dem Aufwachen nachwirken.
Ich arbeite vom eigenen Material aus. Mich interessiert es als Form von Erfahrung – als Bewegung zwischen Nähe und Distanz, Bindung und Abgrenzung.
Aus nächtlichen Notizen entstehen Texte. Erinnerungen verschieben sich, Bilder verdichten sich, einzelne Träume verbinden sich zu neuen Konstellationen.
Jedem Text steht ein Tierporträt gegenüber. Die Tiere treten auf. Sie halten dem Geschriebenen eine eigene Präsenz entgegen.
Ein Referenzsystem aus 28 Begriffsfeldern durchzieht die Arbeit. Es markiert Übergänge, Wiederholungen und Spannungen. Die Zuordnungen bleiben beweglich.
Die Texte zeigen keine Lösungen.
Sie halten Zustände aus.
Ina Geißler
Ina Geißler, geboren 1970, lebt und träumt in Berlin und befasst sich mit Malerei, Cut-Out und Kunst im öffentlichen Raum.
weitere Infos unter www.inageissler.de