Der Wolf im Atelier

Ein schwarzer Wolf steht im Atelier, während ich Pinsel auswasche und der scharfe Geruch von Fell und Ölfarbe in der Luft hängt. Fremde Dinge sammeln sich: ein schwarzer Hund, eine kieferartige Hängepflanze vor dem Fenster, deren dunkle Ranken mir das Licht von der Arbeitswand nehmen.
Ein schwarzer Wolf steht in meinem Zimmer. Er will, dass man sich um ihn kümmert, weil sonst zu befürchten ist, dass er aggressiv bei Vernachlässigung wird. Ich habe ihn gemalt, habe alles um mich herum vergessen. Im Bad wasche ich die Pinsel aus. Jetzt erst spüre ich schwitzige Hände, Herzklopfen. Der Atem stockt. Ich traue mich nicht zurück in den Raum, wo sich der scharfe Geruch des Felles mit dem der Ölfarbe mischt.
Die Wohnung weitet sich zu einer WG. die Frau nebenan bringt mir ihren Dackel, der nun ein schwarzer Boxer ist. Er schleckt mein Gesicht. Sie schenkt mir auch eine kieferartige Hängepflanze. Im Atelier hängt sie vor dem Fenster, dunkle Ranken nehmen mir das Licht an der Arbeitswand. Von unten dringen Stimmen durch die Decke. Lachen. Einrichten.
Später bin ich ein älterer Mann im Krankenhaus. Ein Arzt untersucht mich mit Bild und Bier in der Hand. Verlorene Möbel tauchen wieder auf. Ich hoffe auf keine weiteren Gaben.
Dann wieder jung. Ich öffne einem einst bewunderten Jungen mit Rollkoffer die Schultür. Er legt mir einen Böller, eine Zigarette, ein Feuerzeug in die Hand. Erst ein Stich im Bauch. Dann ein kaum erklärbares Knistern.


