Koexistenz auf der Hochebene

Auf der offenen Hochebene stehen graue Wölfe dicht am Weg wie Wegmarken im Gras. Sie sehen uns an und lassen uns passieren.

Im Traum bin ich ein Mann, mein Kind eine Tochter. Gemeinsam befinden wir uns auf einer Hochebene einer Berglandschaft. Keine Bäume. Weite wellige Wiesen aus hohem Gras. Wir sitzen auf einem Steg am Wasser. Ich bin froh, heute keinem Wolf zu begegnen. In den letzten Tagen lagen viele direkt neben unseren Wegen. Sie taten uns nichts, doch ich hielt jedes Mal den Atem an.

Irgendwann brechen wir auf. Der hölzerne Steg setzt sich in die Landschaft fort, gibt dem Weg Halt, als tiefe Furche zwischen den Wiesen. Ein Rudel grauer Wölfe staffelt sich auf wie Wegmarken am Rand des Pfades. Stumm blicken sie uns erst entgegen, dann nach. Ein anderer, größerer Wolf kreuzt unseren Weg, beachtet uns nicht. Die Tiere stehen dicht neben uns und bleiben bei sich.

Wir gehen weiter und begegnen einer Gruppe Menschen. Eine Wildschweinfamilie verfolgt uns. Winzige Ferkel kleben an unseren Fersen, bis schließlich eines mir in den Absatz meiner Schuhe beißt und droht sie zu zerstören. Jemand fragt mich, ob ich bereit wäre, meine Schuhe für das Tier zu opfern, doch das will ich nicht. Schließlich erreichen wir einen schattigen Innenraum, ein Eingang zu einem unterirdischen Bahnhof, wo ich das kleine Wildferkel endlich los bin. Ich will diesen Stress nicht mehr.

Auf einer Hochhausterrasse zwischen Wäschebergen finden wir eingeschweißte Handtücher, eine Notlösung. Wir lachen, wickeln sie als Turbane um den Kopf, waschen den chemischen Geruch aus und nehmen sie mit auf die Heimreise.